Nägeles Projektnews Januar 2011

In Projekten wird mit Sprache häufig schlampig umgegangen.


Sprache schafft Realität, auch im Projekt. Bei einem KFZ-Zulieferer gab es beispielsweise für Meilensteine bis zu vier verschiedene Bezeichnungen, etwa ein Meilenstein, der wahlweise als Konzept, Konzeption, Concept oder Conception bezeichnet wurde. Folge war, dass die Projektmitglieder nie so recht wussten, was damit gemeint ist, und wo Sie gerade stehen.

Bei einem laufenden kritischen Projekt, für das wir eine Bestandsaufnahme durchführten, beantwortete das Projektteam die Frage nach dem Projektstatus wie folgt: Ein Viertel sah sich am Projektanfang, ein Viertel am Projektende, das dritte Viertel sah sich irgendwo dazwischen, dem Rest war gar nicht klar, dass sie im Projekt sind. Jeder hatte seine eigene Realität, die in der Summe keine gemeinsame Wirklichkeit ergab. Die Meilensteine sagten letztlich nichts aus: Meint Konzept etwa, den Anfang oder das Ende einer Konzeptionsphase? Meint es vielleicht ein am Ende der Entwicklungsphase zu übergebendes Entwicklungskonzept?

Die Lösung war, eine selbsterklärende Bezeichnung der Strukturelemente zu gewährleisten und verbindlich zu kommunizieren. Meilensteine wurden mit ihrer Dauer von 0 als Zustand definiert, so z. B. Ist-Analyse beendet, Lastenheft liegt vor oder Produktdefinition abgeschlossen. Ähnliche einfache Sprachkonventionen wurden für die Projektphasen, Objekte, Gewerke und Teilprojekte umgesetzt.

Wie zielführend wird in Ihren Projekten kommuniziert? Kontaktieren Sie mich gerne unter info@ulrich-naegele.de

Erfolgreiche Projekte wünscht Ihnen

Ulrich Nägele